Ferrari in Genf

Lifstyle inflation – Sind wir zu doof zum Sparen?




Ich möchte gern eine kleine Serie von Blogartikeln zum finanziellen Mindset starten. Hier werde ich einige sehr wichtige finanzielle Basics beschreiben, die ihr als Vermieter und Investoren braucht. Einige dürften euch vielleicht schon bekannt sein. Aber etwas wissen und etwas umsetzen sind oft zwei verschiedene Sachen.

 

Heute möchte ich ein Phänomen mit euch besprechen, dass sicherlich die meisten von euch schon beobachtet oder selbst erlebt haben. Oft leben die Menschen von Tag zu Tag und das monatliche Budget geht zum Monatsende genau auf. Keinen Cent mehr oder weniger.

 

Es wird alles ausgegeben und manchmal sogar noch mehr (Kredite, Dispo). Wenn man diese Leute dann nach ihrem finanziellen Mindset fragt, kommen immer folgende Antworten.

 

„Ich habe Zuwenig Geld“

„ Wie sollen ich sparen? Von meinem Gehalt bleibt doch nichts übrig“

„ Geld sparen und investieren machen ich bei der nächsten Gehaltserhöhung / beim nächsten Job“

„Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig?“

Inhaltsverzeichnis:
1) Aber woran liegt das?
2) Wie ist die Lösung?


Einleitung

HamsterradBei mir war es früher genauso. Als Schüler und Student hatte ich natürlich nie viel Geld, obwohl ich immer nebenbei gearbeitet habe. Aber auch als ich meinen ersten Job hatte und mich in drei Jahren von 40.000€ Jahresgehalt auf 50.000€ hochgearbeitet hatte, blieb nie etwas übrig.

 

Es wurde immer alles ausgegeben. Es sind also nicht nur die Harz4-ler die sich über zu wenig Geld beschweren. Auch wenn man 50.000€ oder 100.000€ verdient….immer ist das Geld knapp und wird mit vollen Händen ausgegeben. Man steckt im Hamsterrad.

 

Der hochrangige Manager mit 100.000€ hat zwar in höheres Einkommen, aber dafür auch höhere Ausgaben. Darum ist er nicht zwangsweise glücklicher.


Aber woran liegt das?

DAS PARKINSONSCHE GESETZ

 

Im Jahr 1957 hat der Brite Cyril Northcote Parkinson die parkinsonschen Gesetze beschrieben. Eins davon behandelt den Umgang mit Geld. In der Ursprungsform hat er den Umgang mit Geld durch den Staat beschrieben, allerdings lässt sich das wunderbar auf die Privatperson ummünzen.

 

Ein Autor schreibt: ,,Wer es verstünde, bei gestiegenen Einkommen weniger auszugeben, hätte den Stein des Weisen gefunden“.

 

Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass egal, wie viel die Menschen verdienen, sie dazu neigen, alles wieder auszugeben und sogar ein wenig darüber hinaus. Ihre Ausgaben steigen proportional mit ihrem Einkommen.

Lies: Informationen zum Parkinsonsche Gesetz

Und wer von euch kennt es nicht? Noch bevor man eine Gehaltserhöhung bekommt oder in einen Job mit höherem Gehalt wechselt, überlegt man sich, was man alles Schönes mit dem vielen Geld machen kann. Man verdient deutlich mehr innerhalb seiner Karriere, aber trotzdem braucht man das ganze Geld um seinen einmal etablierten Lebensstil zu halten. Egal, wie viel du verdienst, es ist nie genug.

 

Das krasseste Beispiel ist nach der Lehre oder nach dem Studium. Man verdient locker 100% – 200% mehr und trotzdem legen die meisten nichts zurück. Warum? Man braucht erstmal eine neue Wohnung. Ein neues Auto. Eventuell neue Klamotten und das Essen wird auch teurer als bei Mutti oder in der Mensa. Wir erhöhen zeitgleich mit der Gehaltserhöhung unseren Lebensstandard. Und hat man das einmal gemacht, will man nicht mehr zurück.

 

Oder kannst du dir vorstellen im nächsten Monat wieder in eine kleinere Wohnung zu ziehen? Oder auf den Jahresurlaub zu verzichten? Auf jedes Wochenende Party oder die anderen teuren Hobbys? Geht das überhaupt? Natürlich ginge das. Man hat ja eine Weile so gelebt und die Welt ist trotzdem nicht unter gegangen.

 

Der gleiche Irrglaube kommt bei vielen Häusle-Bauern. Sie sagen, sie wollen ein Eigenheim um sich die Miete zu sparen. Etwas für die Altersvorsorge tun. Sie sagen, das Eigenheim ist sogar günstiger als die Miete. Das mag stimmen, wenn man 1 zu 1 wechselt und nicht die Ansprüche hebt. Also beispielsweise von einer 2-Zimmer-50qm²-Miet-Wohnung in eine 2-Zimmer-50qm²-Eigentums-Wohnung wechselt. Allerdings macht das keiner.

Lies: Altersvorsorge? Check!




Wenn man eine Wohnung kauft oder ein Haus baut, dann soll es schon etwas Besonderes sein. Eine etwas bessere Lage, mehr Platz für spätere Kinder und am besten mit Garten, Terrasse oder Balkon. Man weiß, dass man 20-30 Jahre dran gefesselt ist, also will man lieber ein bisschen mehr investieren, als den gleichen Standard wie bisher zu haben.

 

Und was heißt das dann? Genau. Die Kosten für das gekaufte Objekt sind oft doppelt so hoch wie für die Mietwohnung zuvor. Anstatt 600€ Miete zahlt man nun 1000€ Kredit. Für die nächsten 20 Jahre. Willkommen im Hamsterrad.

 

Anderes Beispiel: Eine befreundete Familie lebte sehr eng an ihrem Budget, für vieles war kein Geld da. Also suchte der Mann einen neuen Job. Er fand einen neuen Job und anscheinend gab es dort mehr Geld. Es war kein Monat vergangen, da war die Familie in eine grössere Wohnung gezogen, es wurden neue Möbel gekauft und ein neues (gebrauchtes) Auto war ebenfalls am Start.

 

Ich glaube sogar, alles auf Kredit. Und wieder bis hoch an die (neue) Budget-Grenze. Und was passierte dann? Zwei Monate später hatte die Frau einen Unfall und das Auto war fürn Arsch. Sie ist aber drauf angewiesen, also braucht sie ein Neues. Und das wird schwer. Ist ja kein Geld dafür da….

 

Das Problem ist immer das selbe. Haben wir mehr Geld zur Verfügung, geben wir es aus. Das muss man sich erstmal eingestehen. Da bin ich keine Ausnahme. Als ich in die Schweiz gegangen bin, hatte ich plötzlich doppelt so viel Geld wie vorher übrig. Und was habe ich gemacht? Klar, erstmal habe ich meine Schulden abgezahlt (Stipendium, Bafög, usw.). Zumindest ein wenig Grips hatte ich anscheinend .

 

Aber danach wurde ein (teurer) Porsche angeschafft und die Urlaube nach Südamerika nahmen zu. Ich will nicht sagen, dass dies schlecht ist oder dass ich unglücklich war. Auf gar keinen Fall. Aber ich durfte mich nicht beschweren, dass ich zu wenig Geld habe oder nix zum Sparen habe.

 

Lies: Ein neuer Porsche als Investmentbremse?

 

Ich lebte im Moment, gab alles aus. Ganz getreu dem Motto „You only live once“ (YOLO). Nach Abzug aller Kosten, hatte ich vielleicht 250€ am Ende des Monats übrig. Das mag für einige viel sein, gemessen an meinen eigenen Möglichkeiten war es wenig. Vor allem, weil ich dieses Geld nicht gespart oder investiert habe.


Wie ist die Lösung?




Diese Zeit ist bei mir zwei Jahre her. Mittlerweile bin ich von den 250€ „Sparquote“ auf rund 3.500€ monatliche Sparquote gekommen. Ich habe meine Sparquote extrem erhöhen können. Wie ich das gemacht habe?

Lies: Erhöhe deinen Cash flow mit diesen 5 Basics!

 

Am Anfang dieses Prozesses stand aber eine Erkenntnis. Die Erkenntnis über die parkinsonschen Gesetze und die “Lifestyle Inflation”. Nur wenn man dieses Phänomen kennt und sich eingesteht, dann kann man aus diesem Teufelskreis ausbrechen. Dann kann man anfangen sich einen Finanz-Fahrplan aufzubauen, sich Ziele zu setzen und an einer finanziell besseren Zukunft zu arbeiten.

 

Wie ist das bei euch? War es bei euch in der Vergangenheit genauso? Willkommen im Club.

 

Aber jetzt – wo wir das Problem kennen – können wir etwas ändern. Wenn ihr wollt. Ich will auf jeden Fall.

 

Lies: Zeit ist Geld – Wie du deine Zeit wertvoller machst

 

Zum Abschluss gibt es nochmal ein tolles Video zum Thema Lifstyle Inflation in Bezug auf das Beispiel mit dem Hauskauf von oben. Es ist von Matt McKeever und auf Englisch, aber dafür super anhand des Beispiels erklärt. Matt McKeever hat sowieso eine Menge toller Videos für angehende Investoren/Vermieter. Schaut mal in seinem Youtube Kanal vorbei.

Anschauen: Youtube Kanal von Matt McKeever
Lies: Ich bin Millionär! Hell Yeah, baby!

6 Kommentare

    1. Hallo Paul, danke für das Lob. Was verstehst du unter Karriere-Guide? Ich versuche ja momentan von der „normalen“ Karriere und dem Angestellten Job weg zu kommen…

      1. Hallo Alexander,
        damit meinte ich auch weniger, wie man mit 40 zum Vorstand einer Konzerns wird, sondern mehr, wie man in den ersten 10 Berufsjahren möglichst gut voran kommt um genug Kapital für den Aufbau seiner finanziellen Unabhängigkeit verdient.

        Hut ab, dass du hier alles so offen teilst! Top.

  1. Ok, jetzt habe ich es verstanden. Dann hilft dir vielleicht ein bisschen der Artikel wie du mit wenig Einkommen (am Anfang deiner Karriere) du schneller voran kommst. Kannst du hier lesen. Aber sicherlich werde ich das nochmal genauer schreiben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.